Agitation

 

Was ist Agitation?

Agitation, oder auch Agitiertheit, beschreibt einen Zustand innerer Unruhe und Erregung, der sich häufig in Form eines nicht zu bändigenden Bewegungsbedürfnisses niederschlägt. Betroffene sind rastlos, umtriebig, führen unproduktive Bewegungsabläufe aus oder laufen ziellos hin und her. Agitation tritt unter anderem als Begleiterscheinung bipolarer Störungen oder von Schizophrenie auf.

 

Unruhe und Bewegungsdrang sind typische Symptome

Eine starke mentale Anspannung, innere Unruhre sowie schwere Angstzustände können zu nicht willentlich gesteuerten, unkontrollierbaren Bewegungen führen. Die innere Spannung entlädt sich dabei durch motorische Aktivität wie Zittern oder ziellos ausgeführte, sich häufig wiederholende Bewegungsabläufe (Stereotypie). Betroffenen fällt es sehr schwer, still zu sitzen oder ruhig zu bleiben. Sie sind zappelig, führen hastige, fahrige Bewegungen aus oder laufen unruhig auf und ab. Häufig wird an der eigenen Kleidung gezerrt oder Kleidungsstücke werden an- und ausgezogen. In schlimmen Fällen kann es auch zu Selbstverletzungen durch Reißen, Zerren oder Beißen kommen. Auch aggressive und unberechenbare Handlungen gegenüber Dritten sind leider nicht selten. Agitation kann sowohl plötzlich auftreten, als auch sich langsam einschleichen. Darüber hinaus kann sie nur wenige Minuten andauern oder auch Wochen bis Monate anhalten. Verstärkt wird agitiertes Verhalten unter anderem durch Stress, Schmerz oder Fieber. Das Auftreten von Agitation schränkt nicht nur die betroffenen Personen selbst ein. Auch Angehörige und Mitmenschen werden dadurch oftmals in schwierige Situationen versetzt. Häufig sind nahestehende Personen mit dem Verhalten der Patienten überfordert und fühlen sich hilf- und machtlos angesichts der stereotypen oder gar aggressiven Verhaltensweisen. Von der pathologischen Agitation abzugrenzen sind die Begleiterscheinung gelegentlicher Anspannung und Nervosität. Diese können in besonderen, stressigen Situationen auch bei gesunden Personen auftreten. So wackeln beispielsweise viele Menschen in angespannten Situationen, beispielsweise vor einer Prüfung oder einem wichtigen Gespräch, mit dem Bein oder Fuß.

 

 

 

Psychische Erkrankungen und andere Ursache von Agitation

Agitiertheit ist häufig eine Begleiterscheinung psychischer Erkrankungen. So tritt sie beispielsweise als Begleiterscheinung von Psychosen wie bipolaren oder affektiven Störungen oder Schizophrenie auf. Auch bei Borderline-Erkrankungen, Angststörungen und Depressionen kann Agitation auftreten. Darüber hinaus wird Agitiertheit bei einem hohen Anteil an Alzheimer- oder Demenzpatienten beobachtet. Neben verschiedenen psychischen Erkrankungen existieren noch zahlreiche andere Auslöser für Agitation. Häufig wird sie nach der Einnahme von Drogen wie Kokain, aber auch während eines Drogenentzuges beobachtet. Alkoholkonsum und Vergiftungen können ebenso zu Agitiertheit führen wie die Einnahme von auf das Nervensystem wirkenden Medikamenten. Gerade Arzneimittel, die Einfluss auf das Gleichgewicht von Neurotransmittern wie beispielsweise Dopamin oder Serotonin nehmen, sind hier zu nennen. Auch verschiedene, organische Erkrankungen können die Auslöser von Agitation sein. Hierzu zählen zum Beispiel eine Überfunktion der Schilddrüse oder Epilepsie. Um die Agitation, aber vor allem auch die Grunderkrankung richtig behandeln zu können, ist eine genaue Diagnostik erforderlich.